Die schlesische Kreisstadt Wohlau liegt 40 km nordwestlich von Breslau (poln. Wrocław) an der Eisenbahnstrecke Breslau – Grünberg (poln. Zielona Góra) – Berlin. Ausgrabungen bestätigen, dass das Gebiet Wohlaus schon sehr früh besiedelt war. Die ältesten schriftlichen Quellen über die Stadt Wohlau stammen aus dem Anfang des XIII. Jahrhunderts. Das Schicksal der Stadt ist eng mit der Geschichte Schlesiens und der Dynastie der Piasten verbunden, aber auch Tschechen, Habsburger und Preußen haben es beeinflusst. Zeiten des Friedens, in denen die Stadt aufblühte, wechselten häufig mit solchen des Krieges. Auch Naturkatastrophen waren hier nicht selten.
Trotz der umfangreichen Kriegszerstörungen kam im Jahre 1945 mit den vorwiegend aus den polnischen Ostgebieten stammenden Ansiedlern recht bald wieder neues Leben in die Stadt. Wohnungen, öffentliche Gebäude und technische Infrastruktur wurden wiederaufgebaut, historische Gebäude wie Kirchen, das Rathaus und erhaltene Reste der Stadtmauer wurden restauriert. Im historischen Rathaus hat heute das Amt der Stadt und Gemeinde Wohlau seinen Sitz. Das aus dem Mittelalter stammende Schloss ist nach zahlreichen Umbauen jetzt Sitz des Landkreises.
An sakralen Bauwerken gibt es neben der Karl-Borromäus-Kirche die St. Lorenzkirche aus dem 14. und 15. Jahrhundert mit Adam Casparinis Orgel von 1716. Hier finden Konzerte im Rahmen des Festivals Wratislavia Cantans und des Orgelfestivals Cantus Organi statt. Dank der Bemühungen der Stadt blüht in Wohlau das Kulturleben trotz verschiedener Schwierigkeiten und die zahlreichen jährlichen Veranstaltungen bringen die Bewohner von Wohlau zusammen. Zur Belebung der Kultur tragen neben Veranstaltungen wie dem Weltfilmfestival, dem Stadtfest und dem SLOT ART-Festival auch die Zusammenarbeit mit den Partnerstädten in Deutschland (Buchholz in Niedersachsen) und in Frankreich (Canteleu in der Normandie) bei.
Die Stadt und ihre Umgebung werden auch als Wirtschaftsstandort geschätzt, wie die Zahl von 1 495 hier registrierten Betrieben zeigt. Die Wirtschaft wird sowohl von der Metall-, Holz- und Bauindustrie als auch von Transportunternehmen, von Handwerk und Handel geprägt. Hier eine Auswahl wichtigerer Betriebe: das Metallunternehmen Pomet – im Jahre 2004 befand sich Pomet in der polnischen Rangliste auf Platz 20 – gut funktionierende Familienbetriebe wie FAMBUD, OKNO-PLAST, TERBUD und Betriebe mit Auslandsbeteiligungen wie: FELSDEKOR OST, FRESHTEX, ALCOELECTRONICS.
Amt der Stadt und Gemeinde Wohlau Rynek-Ratusz 56-100 Wołów Polen Tel. 0048 71/319 13 05, 319 13 07 Fax. 0048 71/319 13 03 e-mail: www.wolow.pl
Bürgermeister: Witold Krochmal
Ansprechpartnerin für Investoren: Irena Pluta Abteilung für Europäische Angelegenheiten tel. 0048 71/319 13 17 E-mail:
Es ist zu sehen: Das Rathaus
Das Rathaus wurde in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts auf dem quadratischen Marktplatz errichtet. Es besteht aus dem Hauptgebäude, dem Rathausturm, dem Gebäude des ehemaligen Zollamtes, dem Weinkeller, der Stadtwachstube, und dem ehemaligen Waaghaus. Es ist ein hoch unterkellerter Zweistockwerkbau mit einem wenig erhaltenem Barockwiegegewölbe. Am quadratischen Turm, der weiter oben in ein Achteck übergeht, befindet sich der mit Voluten verzierte Ostgiebel. Die Rathausfassade schmückt ein Barockportal mit Kartusche. In das Innere des Rathauses führt eine Barockdoppeltreppe, auf deren Brustwehr die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk steht. Das sich in der südwestlichen Ecke des Rathauses befindende Erdgeschossgebäude der Stadtwaage bildet die Südfassade mit einem Zweiarkadenbogengang. Die hier früher stehende Stadtwaage befindet sich heute im Inneren des Rathauses. Gegenwärtig ist das Rathaus der Sitz der Stadt und Gemeinde Wohlau. Das Piastenschloss
Das Piastenschloss in Wohlau wurde anstelle des früheren Jagdschlosses von Herzog Heinrich III. von Glogau erbaut. Hier hatten der Verwalter der umliegenden fürstlichen Dörfer und Güter und der Burgvogt von Wohlau ihren Sitz. Auf dem Platz vor dem Haupteingang des Schlosses befindet sich eine barocke Marienstatue. Zur Zeit dient das Schloss als Sitz des Landkreisamtes. Die Lorenzkirche
Die Geschichte der Lorenzkirche begann im Jahre 1298. Die erste Holzkirche wurde von Herzog Heinrich III. von Glogau gestiftet. Diese wurde jedoch bei einem Brand vernichtet und an ihrer Stelle wurde im Jahre 1391 mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen. Diese war der erste Ziegel- und Steinbau in Wohlau, und im Laufe der Zeit erhielt sie ihren spätgotischen Charakter. Ein besonderes Kleinod der Kirche ist die Orgel von Adam Horatio Casparini, dem damals in Schlesien berühmtesten Orgelbauer. Dank der Orgel finden in der Lorenzkirche seit ein paar Jahren Konzerte des internationalen Orgelmusikfestivals Cantus Organi statt. Die Karl-Borromäus-Kirche
Die Kirche wurde vom Karmeliterorden in den Jahren 1712-1722 erbaut. Das zweistöckige Klostergebäude mit dem Satteldach entstand auf dem Grundriss eines verlängerten Rechtecks. Das Mittelschiff der Kirche ist niedriger als der Hochaltarraum. Der Chor hat einen Kranz rechteckiger Kapellen und die barocke Hauptfassade krönt ein Dreieckgiebel. Leider ist die wertvolle Bibliothek der Karnmeliter nicht erhalten.
Die Stadtmauer
Die Stadtmauer stammt aus der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts. Sie wurde mit Basteien und dem Breslauer-, Steinauer- und Schlosstor befestigt und schützte die Stadt vor Angreifern. Im unteren Teil besteht sie aus Feld- im oberen Teil aus Ziegelsteinen. Sie war 1,3 m breit und 7 m hoch. Im unteren Teil blieben aus Feldstein erbaute Abschnitte gut erhalten. Teile der Stadtmauer, bis zu 5 Metern hoch, haben bis heute überdauert.
Das Zisterzienserkloster in Leubus (poln. Lubiąż)
Die Zisterzienser kamen im Jahre 1163 aus Pforta an der Saale in Thüringen nach Leubus. Sie wurden von Herzog Boleslaw I., dem Großen, ins Land geholt. In den Jahren 1681-1739 entstanden dank des Wohlstands des Ordens u.a. der Abtspalast, das Kloster, eine Brauerei, eine Bäckerei, das Hospital, und zahlreiche andere Wirtschaftsgebäude. In jener Zeit wurde auch das Innere der Marienkirche gründlich umgebaut, und sie erhielt ihre herrliche Barockausstattung. Das Innere des Klosters bilden prächtige Säle wie der Fürstensaal, die Bibliothek, der Speisesaal des Abtes, das Sommerrefektorium und über 300 andere schöne Räume, die sowohl mit Gemälden der großen schlesischen Maler wie Michael Willmann, Christian Bentum und Felix Scheffler als auch mit Skulpturen von Franz Mangoldt und Mattias Steinl geschmückt sind Cantus Organi Seit einigen Jahren wird in Wołów das internationale Orgelmusikfestival Cantus Organi veranstaltet. Im Jahr 2001 fand, durch die Initiative des Pfarrpriesters Stanislaw Małysa sowie Witold Krochmal, Piotr Rojek und Katarzyna Szot, in der Lorenzkirche die erste Aufführung statt. Die Septemberkonzerte weltbekannter Musiker locken jedes Jahr Liebhaber der Orgelmusik nach Wołów. Der wunderschöne Klang der im Jahr 1716 vom schlesischen Meister Adam Horatio Casparini erbauten einzigartigen Orgel macht Wołów über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Bislang sind in Wołów folgende Künstler aufgetreten:
Ursula Grahm (Schweden) Christoph Krummacher (Deutschland) Kåre Nordstoga (Norwegen) Roman Perucki (Polen) Jean Paul Ravel (Frankreich) Piotr Rojek (Polen) Jozef Serafin (Polen) Gerard Weinberger (Deutschland)
Die Orgel von Adam H. Casparini ist eine der wenigen, fast im Urzustand erhaltenen, Instrumente ihrer Art in Europa. Das reich verzierte Gehäuse (Prospekt) stammt aus dem XVIII. Jahrhundert. Bei Restaurationsarbeiten konnten zahlreiche Originalpfeifen und – elemente im Inneren der Orgel erhalten werden. Obwohl der Stimmensatz (Klang-kombination und Klangfarbe) von der schlesischen Firma Schlag & Söhne im XIX. Jahrhundert modifiziert wurde (durch Ergänzung einiger Streicherstimmen), blieb das Konzept des Orgelmeisters Casparini weitgehend erhalten. Das Instrument mit der mechanischen Traktur sowie den Windladen wurde mit zwei Klaviaturen (Manual und Pedal) ausgestattet, so dass sowohl schwere Barockliteratur, u.a. Werke Johann Sebastian Bachs, aber auch frühromantische und zeitgenössische Musik gespielt werden können. Übernachtunmöglichkeiten in Wohlau
Motel Bis in Wohlau ul. Piłsudskiego 26, Tel. 0048 71 389 30 38
Freizeitzentrum in Wohlau ul. Trzebnicka 6, Tel. 0048 71 389 24 07, 389 19 42 ul. Panieńska 1, Tel. 0048 71 380 22 55
Hotel Magnolia in Wohlau ul. Stara 4, Tel. 0048 71 389 27 13
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